Queering the Crip or Cripping the Queer?

03. Dezember 2019, 18-20 Uhr
HAWK, Renatastr. 11, 31134 Hildesheim, Haus A, Raum 101

Was macht eigentlich (Queer)Feminismus behindert? Oder besser: Wo ist die Dimension Behinderung im Queer(Feminismus) und andersrum? Was bedeutet ›Crip‹? Und wo sind diese Queer Crips überhaupt, jetzt wo der alternative Club eine Rollstuhlrampe hat?

Ausgehend vom 2003 erschienenen Essay ›Queering the Crip or Cripping the Queer?‹ von Carrie Sandahl suchen wir gemeinsam nach dem subversiven Potenzial der Überschneidung von queeren und crip Identitäten. Anhand von Bildern, Clips, Fotos und Gedichten von KünstlerInnen mit Behinderung soll schließlich u.a. der Frage nachgegangen werden: Wer ist eigentlich dieses (queere) ›Wir‹ bzw. wie kann dieses in der Zukunft aussehen?

Ein einführender Vortrag von Steven Solbrig. Steven arbeitet seit 10 Jahren in unterschiedlichen Formaten u.a. zu Rassismus, Sexismus und Ableismus. Homepage unter: https://stevensolbrig.wordpress.com und Kontakt unter post@nullstevensolbrig.de.

Kostenfreie Veranstaltung. Der Veranstaltungsort ist barrierearm. Menschen mit Seh- und/oder Hörbeeinträchtigung können sich bezüglich Unterstützungsangeboten unter kontakt@nullhiqueer.de an uns wenden.

Rosida Koyuncu: Gefängnisjahre in der Türkei

15. November 2019, 17:30-20:00 Uhr
Raum HIA E01, Goschentor 1, 31134 Hildesheim

Podiumsveranstaltung (ku/de) mit Rosida Koyuncu

Rosida ist ein*e kurdische*e LSBTIQ*-Aktivist*in, investigative*r Journalist*in und ehemalige*r politische*r Gefangene*r aus Amed (Diyarbakir). Rosida wird ein Buch über ihre*seine Gefängnisjahre vorstellen und unter anderem über die LSBTIQ*-Bewegung in Kurdistan sowie die Situation von LSBTIQ*-Personen im türkischen Knast berichten. Außerdem wird ein Kurzfilm gezeigt, den Rosida mitproduziert hat.

Es wird eine Übersetzung vom Kurdischen ins Deutsche geben.

Der Veranstaltungsort ist ebenerdig im Erdgeschoss erreichbar. Fragen können an kontakt@nullhiqueer.de gerichtet werden. Die Veranstaltung wird aus den gleichstellungspolitischen Mitteln der HAWK gefördert.

Veranstaltungstipp: Wen-Do-Kurs

Wen-Do -Kurs des Gleichstellungsbüros der Uni Hildesheim
Selbstverteidigung und Selbstbehauptung

Freitag, den 15.11.2019, 14:00 bis 19:00 Uhr
anschließend jeweils 2 Std./wöchentlich ab Mittwoch, den 20.11.2019 bis 22.01.2020, 18:00 bis 20:00 Uhr
Universität Hildesheim,Hauptcampus Raum G 307

Wir möchten euch auf einen Wen-Do-Kurs aufmerksam machen, der von Wen-Do Trainerin Ira Morgan über das Gleichstellungsbüro angeboten wird. Als ganzheitliches Selbstbehauptungs- und Selbstverteidigungskonzept, bietet Wen-Do die Möglichkeit zu lernen, wie Frau* sich in Gefahrensituationen schützen kann.
Mehr Informationen zum Kurs findet ihr unter: https://www.uni-hildesheim.de/media/presse_news/Veranstaltungskalender_Anhaenge/2019_20_Flyer_Wen-Do_Kurs.pdf

Veranstaltungstipp: SELBSTBEHAUPTUNG FÜR FLINT* mit Nele Möhlmann

06.11.2019, 17-20:00 Uhr
Hohnsen 1, HAWK Hildesheim, Theaterseminarraum HIB_116

Näheres dazu findet ihr unter: https://www.facebook.com/events/2595237094040866/
Der Workshop ist offen für FrauenLesbenInterNonBinaryTrans*Personen (kurz: FLINT*-Personen).

Antiqueere Ideologie

Theaterhaus Hildesheim
01. November 2019
18-20 Uhr

Lesung und anschließendes Gespräch mit Hannah Engelmann aus ihrem Buch „Antiqueere Ideologie. Die Suche nach identitärer Sicherheit – und was politische Bildung dagegen ausrichten kann“

»Inzwischen ist in Deutschland ein heterogener Block von katholischen Kirchenvertretern und Evangelikalen über Neoliberale und Rechtskonservative bis hin zu völkischen Nationalsozialen in der Frage geeint: ›Gender‹ muss gestoppt werden. Der Diskurs entspringt klerikalen Kreisen, hat sich aber längst in bürgerlichen wie rechten Medien festgesetzt.« – aus der Einleitung

Diskurse gegen Gleichstellung, Geschlechterforschung und die Freiheit des geschlechtlichen Ausdrucks haben Konjunktur. Von Vatikanstadt bis Washington und Rio, von Kisslegg bis Schnellroda finden sich Allianzen gegen die Feindbilder von ›Gender-Ideologie‹ und ›Frühsexualisierung‹. Sie geben vor, ›Natur‹, ›Volk‹ und ›Familie‹ gegen den ›Verfall‹ zu schützen. Ihre Akteur*innen sehnen sich nach Sicherheit und klaren Grenzen, fürchten sich vor Verwischungen und Dekonstruktion: Sie propagieren eine anti-queere Ideologie.
Was veranlasst Menschen, sich im Netz dieser Ideologie zu verfangen – und wie kann politische Bildung sie darin bestärken, eigene Wege jenseits rigider Normen und autoritärer Sehnsüchte zu gehen? Dieser Frage geht Autorin Hannah Engelmann auf verschiedenen Ebenen nach. Sie untersucht die Wurzeln antiqueerer Ideologie im Feld der Ökonomie und in der Weise, wie wir zu Subjekten werden und uns mit Kollektiven identifizieren. Dabei kommt ein komplexes Wechselspiel von politischen und psychischen Regressionen zum Vorschein. Angesichts dessen stellt sie Überlegungen dazu an, was eine kritische Diversity Education dem entgegensetzen kann. Sie führt Gespräche mit erfahrenen Praktiker*innen der politischen Bildung aus gewerkschaftlichen, queeren und anti-rassistischen Kontexten. Am Ende stehen konkrete Ideen für eine Bildungsarbeit, die zu einer sichereren Gesellschaft für Alle beiträgt, indem sie kollektive Identifizierungen verunsichert.

In Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung Niedersachsen e.V. und dem AStA HAWK Hildesheim

Buchstabengefühle – eine poetische Einmischung

ameis Buchecke, Andreas-Passage 1, 31134 Hildesheim
23. Oktober 2019
19:30-22:00 Uhr

💜💜💜 Der ERSATZTERMIN steht fest. YAY! 💜💜💜

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Lahya – Stefanie-Lahya Aukongo ist eine Schwarze, mehrfachverwobene Künstlerin.

Am Mittwoch, 23. Oktober wird sie als Spoken-Word-Poetin nach Hildesheim kommen, um sich poetisch einzumischen.

Mit Tiefe, Verbundenheit, Empowerment, viel Poesie, und hier und da mit Gesang wird Lahya über Dekolonialisierung, Heilung, Privilegien, Identität_en und kollektive Liebe poetisieren.

Gucken:
http://stefanie-lahya.de
Kommen: https://www.facebook.com/events/1311131032395039/
Glotzen:

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Die Lesung ist kostenfrei.

Der Veranstaltungsort ist ebenerdig im Erdgeschoss zu erreichen. Fragen zum Veranstaltungsort oder ganz allgemein können an kontakt@nullhiqueer.de gerichtet werden! ♥

Liebespaar, küsst euch ma. Und wen noch?

Mittwoch, 07. August 2019
18:30-20:30 Uhr
Trillke – Gut, Steinbergstraße 42, 31139 Hildesheim

*** Achtung! Die Veranstaltung findet um 18.30 Uhr im Trillke-Gut (Steinbergstrasse 42, 31139 Hildesheim) statt! ***

Vortrag und Gespräch mit Gesa Mayer (www.gesamayer.net)

Nach gängigen Vorstellungen sollten sich Liebesbeziehungen und Intimität ausschließlich zwischen je zwei Menschen abspielen. Idealerweise ergänzen sich beide Partner_innen perfekt, und Hingezogenheit zu mehr (oder weniger) als einer Person zurzeit gilt als hochproblematisch. Die Beziehungsphilosophie der Polyamorie dagegen behauptet, es sei durchaus möglich und wünschenswert, mehrere zugleich zu lieben – und stellt damit gesellschaftliche Gewissheiten über Liebe und Begehren grundlegend infrage. Oder? Vortrag und Gespräch laden ein, sich das Verhältnis von Mono- und Polyamorie mal etwas genauer anzusehen.

Die Veranstaltung findet im Rahmen der QueerFeministischenFerienFreizeit im Trillke-Gut statt. Mehr zum Programm findet ihr unter https://www.facebook.com/events/594366761084596/?ti=cl

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Fragen zum Veranstaltungsort oder ganz allgemein können an kontakt@nullhiqueer.de gerichtet werden! ♥

Seebrücke – Bundesweite Demonstrationen am 06.07.2019

Seebrücke

AUFGEPASST!!! Am SAMSTAG / 6.7. finden in über 60 Städten Europaweit Demonstrationen statt, auch in Hildesheim! Um 14 UHR ab dem HAUPTBAHNHOF!

*** Für Sichere Fluchtwege statt Kriminalisierung
*** Für Solidarität mit Geflüchteten und
*** Für Held*innen wie Carola Rackete

Weitere Orte und Termine findet ihr unter https://seebruecke.org.

Lieben als politisches handeln

Mittwoch, 3. Juli 2019, 17.00 bis 20:00 Uhr
Zeichensaal / HIWC 123, HAWK Hildesheim, Renatastraße 11, 31134 Hildesheim

Lieben als politisches handeln

*** Lesung und Workshop mit lann hornscheidt (www.lannhornscheidt.com) ***

Wie soll das gehen, politisch zu lieben? Wie kann es möglich sein, das politisch-aktive Sein liebend zu gestalten?

Es wird ein Ansatz vorgestellt, wie Lieben wieder politisch verstanden werden kann. Durch eine Mischung aus Lesung und Workhop-Anteilen können die Teilnehmenden sich mit ihrem eigenen Politik- und Liebesverständnis beschäftigen, bekommen Anregungen dazu und wie Lieben politisch gestaltet sein kann. Dies beginnt mit einem Selbstlieben, welches Verbindungen schafft mit sich selbst, anderen und Welt und welches Diskriminierungen ernst nimmt und diese verändern will. Durch Lieben als politisches Handeln eröffnen sich neue Möglichkeiten jenseits von ›wird‹ und ›die anderen‹-Logiken, jenseits von ›gut‹ und ›böse‹, ›richtig‹ und ›falsch‹. Lieben ist ein wertschätzendes, verbindendes Agieren für eine gewaltfreiere Welt und nicht ein Kämpfen gegen etwas. Wie könnte das aussehen, was sind die ersten Schritte? Die Veranstaltung lädt dazu ein, darüber nachzudenken und Ideen zu diskutieren und auszuprobieren.

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Der Veranstaltungsort ist ebenerdig und über einen Fahrstuhl (im Eingangsbereich) zu erreichen. Eine barrierefreie Toilette ist vorhanden. Fragen zum Veranstaltungsort oder ganz allgemein können an kontakt@nullhiqueer.de gerichtet werden! ♥

Diskriminierung ist keine Befindlichkeit, sondern ein strukturelles Problem

Offener Brief zu den Äußerungen des Präsidenten der Universität Hildesheim, Wolfgang-Uwe Friedrich bei der Verleihung des Preises für studentische Initiativen auf dem Campusfest am 5. Juni 2019

Am 5. Juni 2019 wurde auf dem Campusfest der Preis für studentische Initiativen durch das Präsidium der Universität verliehen. In den Vergaberichtlinien heißt es: »Mit dem Preis sollen besonders innovative Initiativen sichtbar gemacht und dazu ermutigt werden, diese weiter zu entwickeln. Der Preis wird jährlich vergeben, ist mit 3.000 Euro dotiert und kann geteilt werden.«1 Die Auswahlkommission des Preises ist sowohl mit dem Universitätspräsidenten als auch mit Studierendenvertreter*innen besetzt.

In diesem Jahr wurden das HoKi, hi*queer und die BIPOC-Hochschulgruppe ausgezeichnet. Wir freuen uns mit den drei Initiativen! Im Verlauf der Preisverleihung kam es allerdings seitens des Präsidenten zu einem Verhalten, das symptomatisch für strukturellen Rassismus an der Universität ist und das wir mit diesem Brief deutlich kritisieren.

Hierzu ein kurzer Abriss des betreffenden Geschehens:
Nach der Gratulation an die ausgezeichneten Initiativen richtete der Präsident direkte Worte an die beiden Vertreter*innen der BIPOC-Hochschulgruppe. Er betonte, dass es seiner Meinung nach nicht die beste Strategie sei, sich an weißen Männern abzuarbeiten, da diese Wortwahl ebenfalls diskriminierend sei.2 Im Anschluss an seine Rede wurde im Publikum teilweise geklatscht. Der Präsident bezog sich mit seiner Äußerung direkt auf das Bewerbungsschreiben der BIPOC-Hochschulgruppe, in der die Bezeichnung – weiß – verwendet wird. Sie dient dort der analytischen Bezeichnung einer privilegierten Position in einem rassistischen System und ist als solche nachvollziehbar erläutert.3 Der Begriff soll strukturelle Kritik ermöglichen und muss dazu notwendigerweise relevante Merkmale treffen – das kann bei den bezeichneten Personen ein Unwohlsein hervorrufen, ist jedoch keine Diskriminierung. Denn Diskriminierung ist keine Befindlichkeit, sondern ein strukturelles und institutionelles Problem. Noch während der Präsident von der Bühne abging, kamen Vertreter*innen des Auswahlkommitees (AStA und StuPa) zu den Preisträger*innen und erklärten an das Publikum gerichtet, dass sie sich den Ausführungen des Präsidenten nicht anschließe, sondern die Position der BIPOC-Hochschulgruppe unterstützen. Herr Friedrich reagierte darauf lediglich mit einer abwinkenden Geste.

Wir als Verbund verschiedener Initiativen sind irritiert, bestürzt und enttäuscht darüber, wie die Arbeit der BIPOC-Hochschulgruppe Hildesheim durch den Präsidenten der Universität auf unprofessionelle, unreflektierte und rassistische Weise entwertet wurde. Der Vorfall illustriert, wie wichtig, akut und gesellschaftspolitisch zentral die Anliegen und insbesondere die rassismuskritische Arbeit der Gruppe sind.

Die BIPOC-Hochschulgruppe ist ein Schutzraum für Black, Indigenous und People of Color, die an der Universität Hildesheim und der HAWK studieren. Sie gründete sich, weil an einer Universität, an der rassistische Fremdbezeichnungen unreflektiert und mehrheitlich unwidersprochen in universitären Veranstaltungen verwendet und BIPOC nicht mitgedacht werden, und wo die Studierenschaft, Lehrenden, Hochschulleitung und Verwaltung mehrheitlich weiß sind, nicht genug sichere Räume für BIPOC existieren, in denen ihre Rassismuserfahrungen nicht in Frage gestellt werden.4 Die pro-aktive Arbeit, diese Räume (safer spaces) zu schaffen, fällt auf betroffene Studierende zurück.

Im Leitbild der Universität Hildesheim ist zwar das Anliegen verankert, »die Gleichstellung von Frauen und Männern sowie von Menschen unterschiedlicher sozialer, ethnischer und religiöser Herkunft«5 zu gewährleisten, jedoch sind das leere Worte und Schaufensterpolitik, solange Weißsein nicht reflektiert wird und Diskriminierungsformen wie Rassismus und Seximus nicht kritisch hinterfragt werden, sondern stattdessen die Auseinandersetzung damit kritisiert und diskreditiert wird.6 Die Kulturwissenschaftlerin Sara Ahmed schreibt dazu: “When we describe institutions as being white, we point to how institutional spaces are shaped by the proximity of some bodies and not others: white bodies gather and create the impression of coherence.”7 Die Universität sollte ein Raum sein, an dem das Hinterfragen von diskriminierenden Strukturen möglich und Kritik ein Anlass zur Selbstreflexion ist. Dafür ist insbesondere ein Sprechen über die vom Universitätspräsidenten beanstandeten Kategorien notwendig. Die Publizistin Carolin Emcke schreibt dazu: »Wer sich wehrt gegen Ungleichbehandlung oder Ausgrenzung, muss notgedrungen oft in Kategorien argumentieren, die selbst erst durch die Ausgrenzung entstanden sind. […] Um eine konkrete Diskriminierung zu belegen, braucht es eine dichte Beschreibung der Art und Weise, in der benachteiligt wird – und da kommen dann Hinsichten wie Körpergröße oder Hautfarbe ins Spiel.«8 Der vom Präsidenten vorgebrachte Vorwurf des »umgedrehten Rassismus« (reverse racism)9 gehört zu den häufigsten und gleichzeitig am besten widerlegten Argumenten rechtspopulistischer und reaktionärer Kräfte in der gegenwärtigen Rassismusdebatte.10

Die Äußerungen des Präsidenten und die zustimmende Reaktionen einiger Studierender zeigen, dass, im Widerspruch zum Leitbild der Universität, Diskriminierung und diskriminierende Strukturen nicht hinterfragt, vielmehr von oberster Stelle gefördert werden. Wir kritisieren sowohl die Äußerungen des Präsidenten auf dem Campusfest, mit denen die Arbeit der BIPOC-Gruppe öffentlich infrage gestellt wird, als auch die Reaktion der anwesenden Studierenden. Sie sind nur ein Beispiel für eine Vielzahl von rassistischen und diskriminierenden Handlungen, die an der Universität Hildesheim bewusst oder unbewusst, durch Vorsatz, Ignoranz und Unwissen oder unterlassenen Widerspruch regelmäßig begangen werden.

Wir stellen daher folgende Forderungen:
• Zur Umsetzung des Leitbildes muss die Universität rassismuskritische Fortbildungsarbeit für Lehrende und Mitarbeitende verpflichtend in der Hochschuldidaktik verankern.
• Ebenso braucht es Sensibilisierungsworkshops zum Thema Rassismus und koloniale Kontinuitäten für Studierende.
• Zusätzlich sollte sich der Senat der Universität zu den Äußerungen des Präsidenten positionieren. Wofür will die Hochschule stehen? In selbstverwalteten und demokratisch organisierten Strukturen sollten auch andere Lehrende, Mitarbeiter*innen sowie weitere Studierendengruppen (Fachschaften etc.) eigene Positionen beziehen.
• Eine Beschwerdestelle, die auf Ebene der Studierenden, des Lehrpersonals als auch auf Verwaltungsebene unabhängig agieren kann, muss dauerhaft und langfistig erhalten werden. Ebenso muss regelmäßig und vermehrt auf die ehrenamtlichen Beschwerdestellen der einzelnen Fachbereiche der Universität hingewiesen werden. Zusätzlich muss für den dauerhaften Erhalt dieser gesorgt werden.
• Die Unterstützung und Förderung von Safer Spaces und Empowerment-Programmen für BIPOC, nicht nur in finanzieller, sondern auch in ideeller Hinsicht.

Als machthabende Instanz verstehen wir das Präsidium und die Universität Hildesheim in der Bringschuld, diese Forderungen umzusetzen. Die Arbeit einzelner diskriminierungskritischer Initiativen reicht nicht aus, um langfristig Strukturen abzubauen, die eine weiße Überlegenheit fördern.

Hauptunterzeichnend, die BIPOC-Hochschulgruppe der Universität Hildesheim

Im Namen der erstunterzeichnenden Initiativen, Gremien und Studierendengruppen:

AFK*37, Artemis Kollektiv, AStA – Vorsitz der Universität Hildesheim, Awareness*Hildesheim, BELLA triste Zeitschrift für Literatur, Café Brühlchen, Decolonize Hannover, DIE LINKE. Kreisverband Hildesheim, .divers Magazin, Fraktion DIE LINKE. im Stadtrat Hildesheim, Fraktion DIE LINKE. im Kreistag Hildesheim,
First Generation Student, FLINT*chen, Hildesheimer Bündnis gegen Rechts, Initiative Zwischenmensch, ISD – Initiative Schwarze Menschen Hannover; Regionalgruppe Hannover, KAFRI – Schwarzes Bildungskollektiv für Empowerment und Rassismuskritische Bildung, Kunstraum 53, Lachs 25, No Border No Problem, Prosanova 2020, rapid arts movement, SOLO, SCHLAU e.V., StuPa Universität Hildesheim, State of the Art 11, TDT Hildeseheim, hi*queer

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1 Pressestelle Universität Hildesheim: https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/campusfest-bei-sonnenschein-und-preise-fuer-herausragende-studentische-initiativen/
2 Ferner sagte der Präsident, er würde schließlich auch nicht von »Schwarzen Männern« sprechen. Dieses Zitat steht nicht im Haupttext, da es ein diskriminierendes Stereotyp reproduziert. Dennoch ist die Erwähnung wichtig, um die Sachlage zu verdeutlichen.
3 Zusätzlich wird in dem Bewerbungsschreiben “weiß” nicht als Hautfarbenbeschreibung verwendet, sondern als »normstiftende Position wahrgenommen, die mit kulturellen, finanziellen und bildungsbezogenen Vorteilen einhergeht« (Bewerbung der BIPOC Hochschulgruppe für „Preis für herausragende studentische Initiativen“, vgl. auch Millay Hyatt (2015): Critical Whiteness.Weißsein als Privileg. Deutschlandfunk.) Diese Verwendung der Bezeichnung “weiß” ist im wissenschaftlichen Diskurs (auch an der Universität Hildesheim) üblich.
4 Aus der Bewerbung der BIPOC-Hochschulgruppe zum Preis des Präsidiums übernommen: »Dabei versteht sich die BIPOC-Gruppe Hildesheim als intersektional denkende Initiative, die sich gleichzeitig Sexismus, LGBTQ- und klassenbasierter Ausgrenzung entschieden entgegenstellt.«
5 »[…] Sie ⦗die Universität⦘ die Vielfalt des Einwanderungslandes respektiert und die Integration fördert.« https://www.uni-hildesheim.de/profil/leitbild/
6 vgl.: “The document becomes not only a form of compliance but of concealment, a way of presenting the university as being “good at this“ despite not being “good at this“ in ways that are apparent if you look around (an obviousness that is probably more obvious to diversity workers than many others given that institutional habits can protect those who inhabit institutions from seeing what is around).” Ahmed, Sara: “On Being Included. Racism and Diversity in Institutional Life” Duke University press, Durham and London, 2012, S. 102
7 Ahmed, Sara: “On Being Included. Racism and Diversity in Institutional Life” Duke University Press, Durham and London, 2012, S.35
8 Weiter schreibt sie: »[…] Insofern ist es etwas wohlfeil, sich über Hautfarbe als Kategorie zu echauffieren, wenn die eigene Hautfarbe keine Rolle spielt im Alltag, es ist bequem, über Geschlecht als Kategorie herzuziehen und anderen vorzuwerfen, sie machten daraus eine Ideologie, wenn das eigene Geschlecht nicht in Zweifel gezogen oder benachteiligt wird, es ist einfach, Sexualität für etwas Intimes und Privates zu halten und irritiert zu reagieren, dass andere darüber sprechen, wenn der eigenen Sexualität zugestanden wird, etwas ganz Normales und Persönliches zu sein.« https://www.sueddeutsche.de/politik/carolin-emcke-kolumne-rassismus-1.4439103
9 https://www.lexico.com/en/definition/reverse_racism
10 https://www.zeit.de/kultur/2018-06/diskriminierungen-opfer-taeter-politisierung-opferkultur-gewalt