gesellschaft*macht*identität

Verschränkungen, Grenzziehungen und Leerstellen benennen

In Taumel und Vorfreude präsentie­ren wir die fünfte Ausgabe von gesell­schaft*­macht*identität. Mit einer fulminanten Mischung aus Vor­trägen, Diskus­sionen, Workshops und künstlerischen Beiträgen versuchen wir, ins Blickfeld zu rücken, was im Korsett gesellschaftlicher »Akzeptanz« und »Normen« keinen Platz erhält. In Theorie und Praxis zeigen wir klare Kante gegen sexistische und rassistische Diskriminierung, antifeministische Parolen und rechts­populistische Hetze. Was uns am Herzen liegt, sind keine Luft­schlösser: Wir fordern eine solidarische, queer­feministische und diskriminierungsfreie Öffentlichkeit. Unser Programm will Impulse setzen, Neugier wecken und eine anregende sowie lustvolle Reise durch das Sommer­semester anstimmen.

Alle Veranstaltungen mit Ausnahme von Performance, Konzert und Party sind kostenfrei. Die Veranstaltungsorte sind
weitestgehend barrierefrei – eine detaillierte Auskunft erhaltet ihr unter gmi@nullasta-hildesheim.de.

Programm 2017

Hier gibt es das Programm zum Download!

// Mi. 19.04.2017, 18.00 Uhr
// EIN BISSCHEN MEHR MUSS MAN SCHON SEHEN – cobragianni.cobra
// Performance und Nachgespräch – Theaterhaus Hildesheim (Langer Garten 23c)
In der Werbefotografie stehen oft weibliche Körper einer männlichen Betrachtung zur Verfügung. Nackte Männerkörper folgen hingegen zumeist einer Idee der männlichen Selbsterbauung. Das harte Regime sich immer wiederholender, eindeutiger Abbildungen geschlechtlicher Körper. Sanfte Frauen, harte Männer, offene Münder, gespannte Muskeln, Verfügbarkeit, Verfügungsmacht. Aber was ändert sich, wenn zwei männliche Körper weibliche Posen einnehmen? Kann ein verschobener Blickwinkel Geschlecht unterlaufen? Welche Ideen von Mensch, Körper, Zusammenleben könnten entstehen? Zwei Körper und eine glitzernde Zaubersauna üben sich mit Schweiß und Haar an der Unterwanderung der eigenen Geschlechter-Bilder.
2 Sozialkarten pro Vorstellung, Kartenreservierung unter: theaterhaus-hildesheim.de, weitere Aufführung am 18.4.

// Fr. 21.04.2017, 14.00 – 19.00 Uhr
// QUEER UND NEOLIBERAL? – Samira
// Workshop – &büro (Wollenweberstraße 55)
Queer: Das war einmal ein Zauberwort – raus aus der Enge zweier Geschlechtszuschreibungen. Doch steht es heute noch für gesellschaftliche Veränderungen oder ist es nurmehr Party-Motto? Wird Queer gar zum Label neoliberalen (Wissenschafts-)Mainstreams? Und gibt es Auswege aus den Geschlechterschubladen jenseits von Queer?
Diesen Fragen wollen wir uns gemeinsam nähern – nicht akademisch-distanziert, sondern anhand gelebter und erzählter Erfahrungen. Es wird einen Part zum Lauschen geben und einen für den Austausch. Für den braucht‘s kein Exptert_innenwissen. Bring aber gern eigene Fragen oder Standpunkte mit – und Lust, sie zu teilen!
Anmeldung unter: gmi@nullasta-hildesheim.de

// Mi. 03.05.2017, 18.00 Uhr
// (RE)PRÄSENTATION DER MUSLIMISCHEN »ANDEREN« – Azada Hassany
// Input und Diskussion – Goschentor 1, Raum E02 (HAWK Hildesheim)
Müssen muslimische Frauen gerettet werden? Sind ‚Emanzipation‘ und ‚muslimische Frau‘ in einem Atemzug nennbar? Anders gewendet: Ein Widerspruch auf zwei Beinen? Oder setzt sich hier eine koloniale Wissensordnung über die muslimische »Andere« fort? Diese und weitere Fragen werden im Rahmen des Inputs aus einer postkolonial-feministischen Perspektive analysiert.

// Mi. 10.05.2017, 18.00 Uhr
// AUFTRAG »QUEERE BILDUNG«?!
// Podiumsdiskussion – Goschentor 1, Raum E02 (HAWK Hildesheim)
Zwischen Antidiskriminierung und Aufklärung bewegen sich »queere Bildungsprojekte« in einem heiklen Spannungsfeld, das pädagogisch und politisch ebenso brisant wie wichtig erscheint. Menschen, die sich abseits heteronormativer Vorstellungen bewegen, sind oft mehrfach diskriminiert. Bildungsprojekte versuchen diesen Diskriminierungen entgegen zu treten, indem sie »Sexualität« und »Geschlecht« zum zentralen Anliegen ihrer Arbeit erklären.
Gemeinsam mit Partizipierenden aus der Praxis wollen wir erörtern, welche Konzepte und Motive hinter dem Engagement der Projekte stehen, wo es Probleme und Fallstricke gibt und wie die Arbeit mit den Kategorien Sexualität und Geschlecht zu bewerten ist.

// Mi. 17.05.2017, 18.00 Uhr
// HEGEMONIALE MÄNNLICHKEIT UND FLEISCHKONSUM – Helen Keller
// Input und Diskussion – Goschentor 1, Raum E02 (HAWK Hildesheim)
Werbespots wie Burger Kings »Mancademy«, Magazine wie »Beef« oder food adventure-Serien wie »Beef Buddies« haben in den letzten Jahren neben dem Feminismus eine weitere Ursache der sogenannten Männlichkeitskrise lokalisiert: Dem westlichen Mann droht die Verweiblichung, weil er nicht mehr genügend Fleisch konsumiert.
Der Vortrag soll mit Hilfe des Konzepts der Hegemonialen Männlichkeit von Raewyn Connell aufzeigen, welche Mittel diesen Diskurs wirkmächtig machen. Ein besonderes Augenmerk soll dabei auf die Verbindung von Speziesismus, (Hetero-)Sexismus und Rassimus gelegt werden.

// Mi. 24.05.2017, 18.00 Uhr
// GESCHLECHT ZWISCHEN NATUR UND GESELLSCHAFT – Constanze Stutz
// Input und Diskussion – Goschentor 1, Raum E02 (HAWK Hildesheim)
Die Überwindung der herrschenden Geschlechterverhältnisse ist ein Ziel, an dem sich feministische Theorie und Praxis immer wieder gerieben hat. Reicht eine Reform der bestehenden Ordnung, um der Ungleichheit des Geschlechterverhältnisses beizukommen oder ist ein kompletter Wandel des Bestehenden notwendig?
Über die Vermittlung der Form kapitalistischer Gesellschaften und ihrer konstitutiven Rolle für das patriarchale Geschlechterverhältnis stellt materialistischer Feminismus diese grundlegende Frage auf ein Neues: Braucht es eine Reform oder Revolution im Verhältnis von Produktion und Reproduktion, von Natur und Gesellschaft und wer sind eigentlich die Subjekte dieser Veränderung?
Vom QNN gefördert aus Mitteln des Niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung

// Di. 30.05.2017, 18.30 Uhr
// SOMETHING MUST BREAK
// Film und Nachgespräch – Atrium im Neubau (Universitätsplatz 1, Universität Hildesheim)
Im Rahmen des diesjährigen Diversity-Tages veranstaltet das Zentrum für Bildungsintegration (ZBI) ein vielfältiges Programm zu den Dimensionen Gender und sexuelle Orientierung, das hi*queer mit einem BÄM beenden will. Der preisgekrönte schwedische Spielfilm »Something Must Break« ist Drama oder Liebesgeschichte, beides oder nichts davon. Genauso ist Sebastian/Ellie Mann oder Frau, beides oder nichts davon und Andreas schwul oder hetero, beides oder nichts davon. Im Nachgespräch mit Queer Cinema-Experte Jan Künemund werden Fragen geklärt oder diskutiert, beides oder nichts davon. Verqueerrung vorprogrammiert!
Im Rahmen des 5. Diversity Tag und in Kooperation mit dem Zentrum für Bildungsintegration der Universität Hildesheim

// Mi. 14.06.2017, 18.00 Uhr
// CALLGIRL – TRAUMJOB MIT NEBENWIRKUNGEN – Josefa Nereus
// Input und Fragestunde – Goschentor 1, Raum E02 (HAWK Hildesheim)
Wie es möglich ist den Beruf Hure voller Stolz und Freude auszuüben ist für viele Menschen kaum vorstellbar. Aber dennoch gibt es uns: Die Huren, die ihren Job sehr gerne machen! Eine davon möchte ich euch vorstellen: mich!
Als aktive Sexarbeiterin erzähle ich, wie ich dazu komme eine Karriere im horizontalen Gewerbe anzustreben. Welche Möglichkeiten einem diese Branche bietet, wie die wahren Schattenseiten des Berufes aussehen und was das Ganze mit Politik zu tun hat, werdet ihr nach diesen 90 Minuten verstehen können. Keine Angst – ich rede nicht die ganze Zeit und es gibt Zeit für eure Fragen.

// Mi. 14.06.2017, 21.30Uhr
// HANNSJANA: »ÄHM… DOCH!« – hannsjana
// Konzert – Club VEB @ Kulturfabrik e.V. (Langer Garten 1)
»Schon in der Steinzeit haben weniger Frauen Naturwissenschaften studiert / Gute alte Zeit, gute alte Zeit / Gute Zeit, gute alte Steinzeit«
Musikalisch werden hannsjana oft mit den Moldy Peaches und Scooter verglichen, denn: sie dilettantieren zwischen Anti-Folk und Glam-Rock. Begleitet von C-Dur-Akkorden präsentiert Bob Dyaln analoge Visuals, während die E-n-t-e das Publikum mit altem Brot füttert.
Dank ihrer Multitaskingfähigkeit können hannsjana sich gleichzeitig als Papst bewerben und aufdecken was passiert, wenn Alice Schwarzer auf den Bus wartet. Sie machen obszöne Themen wie Unterhosen und Unterstriche zu salonfähigen Ohrwürmern. Blockflöten gegen das Patriarchat!
Eintritt frei, Spenden erwünscht

// Fr. 16.06.2017, 14.00 – 18.00 Uhr
// URBANER TANZ – BATTLE, CYPHER AND AGENCY – Frieda Frost / nutrospektif
// Workshop – Theaterraum, 1. OG (Hohnsen 1, HAWK Hildesheim)
Der interaktive Workshop wird urbanen Tanz mit Fokus auf die Bewegungskultur Breaking aus theoretischer und praktischer Prespektive betrachten und lädt zum diskutieren und mitmachen ein: Was sind urbane Tänze? Was heißt es, urbane*r Tänzer*in zu sein? Wie sind Frauen in ihnen aktiv und wie behaupten sie sich? Was bedeutet agency im Breaking? Außerdem lernen wir Basics aus dem Stil Breaking und erfahren, was cyphern und battlen im urbanen Tanzkontext bedeutet.
Bitte bringt saubere Turnschuhe/Sneaker sowie Kleidung mit, in der ihr euch gut bewegen könnt.
Anmeldung unter: gmi@nullasta-hildesheim.de

// Sa. 17.06.2017, ab 12.00 Uhr
// PROMISES OF MONSTERS – Kunstverein Hildesheim
// Kunstausstellung – Kehrwiederturm (Am Kehrwieder 2)
Die Gruppenausstellung »Promises of Monsters« setzt sich mit dem Macht- und Emanzipationspotential des Geschichtenerzählens auseinander.
Sie versammelt aktuelle künstlerische Positionen, die Strategien und Motive der Science Fiction aufgreifen, um über zukünftige gesellschaftliche Gegebenheiten – Technologien, Utopien, Hegemonien – zu spekulieren.
Begleitet von einem umfangreichen Rahmenprogramm mit Workshops, Performances, einem Film- und einem Hörspielabend sowie einem Thementag zum Xenofeminismus bietet die Ausstellung einen Ort für zeitgenössische Kunst und gemeinsames kritisches Nachdenken.
weitere Termine: Kuratorinnenführung 25.05. / 18.00 Uhr; Hörspielabend »Electric Ladyland« von Michaela Melián 25.05. / 19.00 Uhr; Kurzfilmabend im &büro »Feminist Sci Fi Shorts« 2.07. / 19.00 Uhr

// Mi. 21.06.2017, 18.00 Uhr
// PINKWASHING ISRAEL?! – Freddy Schindler
// Input und Diskussion – Goschentor 1, Raum E02 (HAWK Hildesheim)
Immer wieder ist von linken Gruppen zu hören, dass Israel nur deshalb keine Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender unterdrücken würde, um von Menschenrechtsverletzungen in den palästinensischen Gebieten abzulenken. Spätestens 2016 ist dieser Vorwurf des angeblichen »Pinkwashings« verstärkt auch in Berlin angekommen und wurde lautstark auf queeren Demonstrationen geäußert.
Warum sich die genannten Gruppen bei der Sorge um Homorechte gerade um den einzigen jüdischen Staat kümmern und was das Ganze mit antisemitischen Stereotypen zu tun hat, soll in diesem Vortrag diskutiert werden.

// Di. 27.06.2017, 21.30Uhr
// SERVIER|VORSCHLAG #2
// Konzert und Party – Loretta @ Kulturfabrik e.V. (Langer Garten 1)
Wir haben nicht genug. Wir wollen Nachschlag. Gemeinsam mit dem Queerfeministischen Institut für Tanzvergnügen (QUIT) wollen wir wieder mit Schweiß und Bass und Blockflöten das Grand Final der Reihe brausend zelebrieren. In der Hitze pulsierender Körper geht servier|vorschlag in die zweite Runde. Ob in Fummel, Leder, Knickerbocker, queer shit, Tauchanzug oder Hemdbluse. Wir wollen visionär tanzen&taumeln. Kommt, denn: It’s gettin hot and queer.
Dies ist ein servier|vorschlag.
Das überregionale line*up wird kurzfristig bekannt gegeben.

Wir danken

    // Allgemeiner Studierendenausschuss (AStA) der Universität Hildesheim
    // Allgemeiner Studierendenausschuss (AStA) der HAWK Hildesheim
    // cobratheater.cobra und cobragianni.cobra
    // Gleichstellungsbüro der Universität Hildesheim
    // Gleichstellungsstelle des Landkreis Hildesheim
    // Queeres Netzwerk Niedersachsen (QNN)
    // Studierendenparlament (StuPa) der Universität Hildesheim
    // Zentrum für Bildungsintegration (ZBI) der Universität Hildesheim
    // Zentrum für Geschlechterforschung (ZfG) der Universität Hildesheim